Historie von Samos Teil I.

Agios Konstantinos Ano Agios Konstantinos - alte Kirche


Flagge Griechenland




Mythologie



Nach der Mythologie soll der Name der Insel, wie der Geograph Meletios vermutet, von Saos, dem Sohn des Hermes und der Rini stammen. Es gibt verschiedene Sagen der frühen Bewohner der Insel Samos die es ermöglichen, ein Bild der Vorgeschichte dieser Insel zu zeichnen. Nach diesen Sagen lebten auf der Insel wilde und furchterregend große Tiere, die man Niiades oder Miniades nannte. Die Mythologie berichtet ferner, dass diese Tiere so laut geschrien haben sollen, dass die Erde auseinanderbrach. Aus diesem Getöse soll sich gleich einem Urknall die Insel entwickelt haben. Nun ja, eine Erklärung der Mythologie halt....!


Pythagorion - Berg Kastri ...mit einem Teil der antiken Mauern aus der Zeit des Polykrates

218BCMAPMEDITERRANEAN

Der Mittelmeerraum um etwa 218 v. Chr. - Einbettung über Wikimedia Commons


Dyonisus und die Amazonen


Interessanter ist da schon der Bericht über den Kampf des Dionysos mit den Amazonen. Der Gott der Fruchtbarkeit, des Weinstocks und der Reben, Dionysos, soll die Amazonen verfolgt haben, die ihn angeblich verachteten. Diese brachten sich auf der Insel Samos in Sicherheit. Nun bat Dionysos die Einwohner von Samos um Hilfe und so konnten gemeinsam die Amazonen vernichtet werden. Zur Belohnung für die ihm gewährte Hilfe zeigte er den Inselbewohnern, wie sie den Weinstock pflanzen, kultivieren und pflegen sollten, damit daraus ein vorzüglicher Wein entstehen konnte. Er bat sie lediglich, von diesem Wein nur soviel zu trinken, bis sie in Stimmung kommen, aber nicht mehr. Die Gegend, in der Dionysos die Amazonen besiegte, nannte man "Panaima".



Karlovasi - Potami ...kleine genuesische Festung...


An den Ufern des Flusses Imvrassos, an der südlichen Seite der Insel Samos in der Gegend von Ireon, wurde die Göttin Hera geboren und lebte dort mit Gott Zeus zusammen. Etwa dort wurde auch der Hera-Tempel errichtet. Seitdem gilt die Göttin als Schutzpatronin der Insel Samos. Nach der griechischen Mythologie soll der erste König der Insel Angaios, ein Sohn des Apollon oder des Poseidon und der Nymphe Astypalaia gewesen sein.



Karlovasi - Potami Bachlauf in der Potamischlucht

Völker, Schriftsteller und Gräber...


Tierknochen,
Millionen von Jahren alt, die bei Ausgrabungen in der Schlucht "Stefanidi" in der Nähe des Dorfes Mytilini gefunden wurden, bestätigen, dass tatsächlich auf der Insel riesige Tiere und verschiedene andere Tierarten gelebt haben. Auch die altgriechischen Schriftsteller berichteten hierüber wie z. B. Plutarch, Ailianos, Iraklides und andere. Samos wurde schon seit dem dritten Jahrtausend v. Chr. bewohnt, wie archäologische Untersuchungen einer Siedlung aus der ersten Kupferperiode in der Gegend des Heraion bestätigen.



Karlovassi - Potami Bachlauf in der Potamischlucht


Andere Funde aus verschiedenen Zeitabschnitten datieren bis in die Zeit um 2.500 v. Chr., als Pelasger, Phönizier, Karener, Lelegen und das alte Volk der Saiten die Insel bewohnten. Diese Völker haben die Kultur der Insel Samos wesentlich beeinflusst, wie aus den Ortsnamen und anderen Funden ersichtlich ist. Bei Untersuchungen eines mykenischen Grabes, dass in der Gegend des Dorfes Myli gefunden wurde und weiteren Funden aus der Gegend um Ireon wurde festgestellt, dass sich Mykener in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrtausends v. Chr. auf der Insel Samos niedergelassen hatten. Als mykenisch (mykenische Kultur, mykenische Zeit, mykenische Periode) wird die festlandsgriechische Kultur der Späten Bronzezeit (Späthelladikum) bezeichnet, die circa 1600 v. Chr. auftrat und bis ins 11. Jahrhundert v. Chr. hinein bestand.



Myli (Myloi) Ansicht des mykenischen Grabes

...das heilige Bündnis...


Schon sehr früh - etwa um 800 v. Chr. - haben die Ionischen Staaten das "Heilige Bündnis (Panionion) gegründet. Dem Historiker Herodot zufolge waren an dem Bündnis zwölf ionische Städte beteiligt: Miletos (Milet), Myus und Priene, die zu Karien gehörten, ferner Ephesus, Kolofon, Lebedos, Klazomenai, Phokaia, die zu Lydien gehörten und schliesslich die Inseln Samos und Chios und die Stadt Erythreai (Distanz zur Insel Chios und gleichnamigen Inselhauptstadt 18 km) im Westen der heutigen türkischen Halbinsel Karaburun beim Ort Ildir. Diesem Bündnis schloss sich später auch das Aiolische Smyrna (...heute Izmir, Türkei) an. Die Städte Myus, Priene, Milet und Didyma liegen alle unweit der Insel Samos, z.B. beträgt die Entfernung (Luftlinie) zwischen dem Heraion und Milet gerade mal 40 Kilometer!



Mykali Gedenkstätte des Panionion-Bündnisses auf der griechischen Seite der Meerenge von Mykale - Insel Samos

Meerenge von Mykale (heute Mykali)


Das "Heilige Bündnis (Panionion)" hatte ein gemeinsames Heiligtum, das sich auf dem nördlichen Abhang des Berges Mykale (Samsung Dagi - 1240 m - heute Staatsgebiet der Türkischen Republik), d.h. genau gegenüber der Insel Samos (vom Psili Ammos Strand kann man über die Meerenge direkt auf das Gebirge schauen) befand. Dort stand der Tempel, der Altar, und der heilige Hain des Elikion Poseidon. Dort soll es auch ein Parlament mit Sitzmöglichkeiten gegeben haben, die wie in einem Amphitheater angeordnet waren. Hier wurden die jährlichen Versammlungen des Bündnisses abgehalten und hier wurden religiöse Feste gefeiert und Kampfübungen durchgeführt.



Mykali - Meerenge Blick auf das Mykale-Gebirge






In der Antike war dieses Heiligtum berühmt und wurde in mehreren Quellen erwähnt - u.a. von Herodot und Strabo - entdeckt wurde es erst im September 2004 von Archäologen der Bochumer Ruhr-Universität. Es liegt rund 100 Kilometer von İzmir (Smyrna) entfernt, nördlich von Priene in 750 Metern Höhe im Mykale-Gebirge. Die Gegend ist unbewohnt, weil das gesamte Gelände zu einem Naturschutzgebiet (Milli Park) erklärt wurde und das Gebiet gegenüber der Insel Samos zum militärischen Sperrgebiet gehört.

Weitere interessante Informationen zur Entdeckung und Erforschung des Panionion-Heiligtums (...wo der Stier brüllte) auf der Halbinsel Mykale in der Türkei finden Sie in einem Artikel der Ruhr Universität Bochum, den ich hiermit verlinke....!



Priene - antike Stadt Ruinen des Athena-Tempels in Priene

Tyrann Polykrates


Besonders mächtig war die Insel unter dem Tyrann Polykrates (532 - 522 v. Chr.), der dort eine bedeutende Seeherrschaft gründete, schließlich aber vom persischen Satrapen Oroites durch trügerische Versprechungen nach Kleinasien gelockt und hingerichtet wurde. Polykrates unterhielt weitreichende Beziehungen, u. a. auch zu Pharao Amasis, dem König von Ägypten. Während seiner Herrschaft entstanden drei bedeutende griechische Bauwerke: Die Hafenmole von Pythagorion, der Eupalinos-Tunnel (der berühmte Tunnel der Antike, der von beiden Seiten aus begonnen wurde und in der Mitte mit nur 30 cm Höhenunterschied zusammentraf) und der unvollendete Polykratestempel im Hera-Heiligtum.



Pythagorion Blick vom Berg Kastri auf den alten Teil der Hafenstadt Pythagorion


Sein Bruder Syloson unterjochte später die Insel mit persischer Hilfe und beherrschte sie nach grausamer Verwüstung als persischer Satrap. Der Baumeister Mandrokles, der - wie Herodot berichtet - für den persischen Großkönig Dareios I. eine Schiffsbrücke über den Bosporus baute und damit seinem Heer 493 v. Chr. den Weg nach Griechenland öffnete, stammte von Samos. 479 v. Chr. wurde die Insel nach der Schlacht von Mykale von der persischen Herrschaft frei und im gleichen Jahr Mitglied des 1. Attischen Seebundes als nicht steuerzahlendes Glied. Der Aufstand der Inselbewohner im Jahr 440 v. Chr. wurde von Perikles niedergeschlagen, Samos wurde wieder zu einem Vasallen Athens.


Pythagorion - Berg Kastri Reste der gewaltigen Mauer aus der Zeit des Polykrates im Südwesten des Berges Kastri

Alexander der Große


Um etwa 390 v. Chr. fiel die Insel Samos, wie auch viele andere griechische Städte Kleinasiens, unter persische Herrschaft und Satrapie. 365 v. Chr. belagerte der Athener Feldherr Timotheos die Insel und verjagte die Perser. Um ihre Herrschaft auf der Insel Samos zu festigen, siedelten sie Kolonisten aus Attika auf der Insel an. Um 352 v. Chr. - nach dem Sieg in Chaironia - vereinte Philipp der II. aus Mazedonien die griechischen Städte und erkannte die Athener Verwaltung in Samos an. Samos wurde damals der Stützpunkt der Streitkräfte Philipps gegen die Perser, die die gegenüberliegende Kleinasiatische Küste unter ihrer Herrschaft gebracht hatten. 338 v. Chr. folgte auf Philipp II. sein Sohn Alexander, der durch seine Feldzüge in Asien die griechischen Städte von der persischen Herrschaft befreite.


Alexander der Große Mosaik im Hause des Faun, Pompeji, Italien - Bildquelle: Wikipedia (gemeinfrei)

Nachfolger Alexanders des Großen


Die Verwaltung der Athener wurde aufgehoben und durch Vermittlung bekannter Persönlichkeiten der damaligen Zeit haben die Einwohner von Samos und die Athener einen Freundschaftsvertrag unterzeichnet. Unter den anhaltenden Streitigkeiten und den blutigen Kämpfen der Nachfolger Alexander des Großen haben die Inselbewohner sehr gelitten, denn ihre Insel war mehrmals das Zentrum dieser Streitigkeiten. In diesen Jahren hat Samos wiederholt und hintereinander mal dem Einfluss und mal der Herrschaft der Ptolemäer Ägyptens, des Antiochus des II., des Ptolemäus des III., des Philipp des V. aus Mazedonien und des Antiochus des III. unterlegen.


Alexander der Große Büste des Feldherrn

Schlacht bei den Thermopylen


Etwa um 191 v. Chr. - nach der Niederlage Antiochus III. bei den Thermopylen (zweite Schlacht an dieser Stelle- die erste fand schon um 480 v. Chr. statt, als die Perser gegen die Griechen kämpften und gewannen) - wurden Samos und viele andere griechische Städte wieder autonom. Diese Zweite Schlacht bei den Thermopylen im Jahr 191 v. Chr. war die erste große Feldschlacht des Römisch-Syrischen Krieges. Dabei siegte ein römisches Heer unter dem Konsul Manius Acilius Glabrio über die verbündeten Truppen des Seleukidenkönigs Antiochos III. und des Aitolischen Bundes. Hier geht es weiter zum zweiten Teil der Geschichte von Samos und dem Beginn der römischen Epoche.....!

Inschrift der Gedenktafel in Thermopylae (480 v. Chr.): Wanderer, kommt du nach Sparta, verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehn, wie das Gesetz es befahl.


Gedenktafel Erinnerung an die erste Schlacht bei den Thermopylen (480 v. Chr.) - Fotoquelle: Wikipedia - Autor: Michael Görgl - Lizenz s.u.

Quellenangabe:


Die Informationen zur Historie der Insel Samos basieren auf dem Artikel Samos (Stand vom 17.09.2008) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen mit dem Foto "Leonidas Tafel - Erinnerung an die erste Schlacht bei den Thermopylen - Autor: Michael Görgl" unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die Fotodatei ist lizenziert unter der Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0 und unter der Creative Commons Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported".



Fotos Historie Samos Teil I.







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